Boston College

Morgens um 10 Uhr wurden wir (= die, die zum Boston College gehen) vor der Jugendherberge von einem netten Mann abgeholt, leider hat keiner von uns seinen Namen verstanden. (Zu diesem Zeitpunkt war noch keiner von uns an Englisch gewöhnt, aber es wird immer besser.) Nach einer zweistündigen Fahrt in einem Kleinbus sind wir dann auf dem College Campus angekommen. Wir wurden gleich von Sue (sie ist für alle „Internationals“ zuständig) empfangen. Lange geblieben sind wir aber nicht. Wer in der „Hall of Residence“ wohnte wurde auf sein Zimmer geführt und der Rest (Lisa und Ich) wurden zu unseren Gastfamilien gebracht.

Ich wohne bei Evelyn und Jim. Die beiden sind ein älteres unverheiratetes Paar und wohnen nur 5 Minuten von der Schule entfernt. Wie so gut wie alle Engländer, die ich bisher kennengelernt habe, sind sie unglaublich freundlich und offen. Neben den beiden wohnt in dem Haus auch noch Gloria. Sie kommt aus Hongkong und ist genauso wie ich eine Austauschschülerin. Jedoch hat sie im Gegensatz zu mir viel mehr Probleme sich an das Leben hier zu gewöhnen, da sich ihre Kultur von der hier sich doch sehr unterscheidet.

Einen Tag später startete dann auch schon die Schule. Jedoch erstmal ohne die englischen Schüler, da wir ins Schulsystem eingeführt werden mussten. Wir hatten also erstmal vier Tage lang „Tutorial“.

Wir wurden einem Tutor zugeteilt (in meinem Fall Alison), die Lehrer und Fächer wurden vorgestellt und wir konnten nochmal neu wählen (Physics, Maths, Sociology & Further Maths), über das Gelände informiert (Sicherheitsvorkehrungen etc.) und haben einen Termin mit einem Arzt bekommen.

Wichtige Info damit ihr euch nicht wundert: Auf dem Boston College sprechen sich alle mit Vornamen an (selbst die Schulleiterin) und wir tragen keine Uniformen.

Zwischendurch gab es ein so genanntes „Speed Dating“, damit wir auch einmal die englischen Schüler kennenlernen. Es war ganz lustig aber zwischendurch echt schräg. Manche hatten nicht so wirklich Lust neue Leute kennenzulernen und die Internationals kannte man großenteils schon.

London

Am 28. August war es endlich soweit. Mein erster Flug stand an. Mit ein wenig Aufregung standen wir schon um 5 Uhr morgens am Flughafen in Düsseldorf. Ich war ein wenig geschockt von seiner immensen Größe. Aber es ist alles gut gelaufen, aus welchem Grund auch immer hielten es die Sicherheitskontrolleure es nicht für notwendig mich genauer zu überprüfen…

Nach einem ruhigen Flug mit mehreren Warteschleifen über London sind wir dann gelandet. Heathrow war noch größer und deswegen haben wir uns dann auch erstmal verlaufen. Aber nach etwa 3 Stunden waren dann alle da und wir konnten die Taxis zu unserer Unterkunft besteigen.

Zu der Fahrt: Es war eine Katastrophe. Unser Fahrer hatte nicht so richtig Ahnung von Londons Straßen und Englisch war jetzt auch nicht so seine Stärke. Trotz Navi sind wir dann nach 2 Stunden Fahrt endlich angekommen.

Hungrig von den langen Wartezeiten am Flughafen und im Taxi sind wir dann erstmal auf Essenssuche gegangen. Fündig wurden wir ein paar Straßen weiter in einem Pub (, den wir 3 Stunden später nicht mehr hätten betreten dürfen). Dort gab es die mit Abstand besten „Chips“ (=Pommes) die ich je gegessen habe.

Chips

Anschließend haben wir dann noch ein paar Dinge eingekauft. Es war ein kleines Abenteuer, da es in dem Laden nur elektrische Kassen gab. Aber es hat alles funktioniert, auch wenn es ein wenig seltsam war. (Zum Glück konnte die Kasse deutsch…)

Am frühen Abend haben wir dann unsere Sightseeingtour gestartet:

  1. Big Ben – naja eigentlich sind wir nur dran vorbei gerannt.
  2. London Dungeon – So wirklich gruselig war es jetzt nicht, bis auf einige Stellen (Jack the Ripper) aber man konnte viel über die Geschichte Londons erfahren.
  3. London Eye – Es war unglaublich, seltsamer Weise hatte ich nicht mal Höhenangst.
  4. Stadtrundfahrt bei Nacht – Ehrlich gesagt hab ich die Hälfte nicht mitbekommen, zwar bin ich nicht eingeschlafen, wie die Asiatin neben mir, aber ich war kurz davor. Und es war verdammt kalt.

Um Mitternacht sind wir dann todmüde ins Bett gefallen.

Der nächste Tag hat angefangen wie der letzte aufgehört hat: Mit Hektik und großer Müdigkeit.

Nach einem Frühstück mit seltsamer Marmelade haben wir uns auf den Weg in die

  1. Bakerstreet gemacht. Aber da einige in der Gruppe getrödelt haben konnten wir nicht ins Sherlock Holmes Museum gehen, was in etwa der einzige Grund war warum ich mit nach London gefahren bin.
  2. Madam Tussauds – Es war toll und voll.
  3. Buckingham Palace – zu diesem Zeitpunkt waren wir alle KO und haben einfach nur unsere Zeit davor abgesessen.

Von da an hatten wir Zeit alleine durch die Gegend zu laufen.

  1. Harrods – Auf der Suche nach Toiletten haben wir jemanden getroffen, der Paderborn kannte, ein echtes Wunder. (Wie es scheint kennen hier alle nur „Colone“ und „Berlin“). Wir haben dort auch einstimmig beschlossen, dass es keinen schlechteren Ort zum Parfüm kaufen gibt. (Der Duft in der Abteilung ist seeehr einschläfernd.)
  2. Covent Garden – Es war ein wenig kompliziert dort hinzukommen, aber wir haben es geschafft. Dort hatten wir dann „Dinner“, in dem gleichen Restaurant, in dem ich schon mit Papa vor 3 Jahren war.
  3. Picadilly Circus – Es sah toll aus und da waren auch einige gute Straßenmusiker, aber leider habe ich zu dem Zeitpunkt erfahren, dass mein deutscher Klassenkamerad gerade bei einem Unfall gestorben war. So richtig genießen konnte ich es daher nicht.

Das war es auch schon. Am Abend saßen wir noch vor der Jugendherberge und haben uns über den nächsten Tag unterhalten.

 

 

 

Leaving

“Well, here at last, dear friends, on the shores of the Sea comes the end of our fellowship in Middle-earth. Go in peace! I will not say: do not weep; for not all tears are an evil.”

J.R.R. Tolkien, The Return of the King

“Once you’d resolved to go, there was nothing to it at all.”

Jeannette Walls, The Glass Castle

“We all take different paths in life, but no matter where we go, we take a little of each other everyhwere.”

Tim McGraw

“Things go away to return, brightened for the passage”

A.R. Ammons, Sphere: The Form of a Motion

“Everybody has to leave, everybody has to leave their home and come back so they can love it again for all new reasons.”

Donald Miller, Through Painted Deserts: Light, God, and Beauty on the Open Road

“I hated myself for going, why couldn’t I be the kind of person who stays?”

Jonathan Safran Foer, Extremely Loud and Incredibly Close

“It is so hard to leave—until you leave. And then it is the easiest goddamned thing in the world.”

John Green, Paper Towns

“What you are to do without me I cannot imagine.”

George Bernard Shaw, Pygmalion

 

 

 

Meine Familie

Eine Liste meiner engsten Verwandten, sie ist noch nicht vollständig, aber Fortsetzung folgt.

16

“This is what’ll happen,” she said, “and it’s true, perfectly true. When you go out of here, all the particles that make you up will loosen and float apart, just like your daemons did. If you’ve seen people dying, you know what that looks like. But your daemons en’t just nothing now; they’re part of everything. All the atoms that were them, they’ve gone into the air and the wind and the trees and the earth and all the living things. They’ll never vanish. They’re just part of everything. And that’s exactly what’ll happen to you, I swear to you, I promise on my honour. You’ll drift apart, it’s true, but you’ll be out in the open, part of everything alive again.”
― Philip Pullman, His Dark Materials

Nun heute ist, wie man wissen sollte mein 16 Geburtstag.

Und da ich mich ja in 4 Tagen auf den Weg nach England mache haben wir auch über den Blog geredet. Wie sich herausstellte habe ich genau eine regelmäßige Leserin. Der Rest fühlte sich nicht angesprochen oder überfordert oder war einfach schlicht zu faul.

Nun das wird sich jetzt ändern.

Um euch einen Grund zu geben den Blog zu lesen:

Hier sind Fotos von euch. Und ein ausführlicher Bericht darüber, wie wir in meinen Geburtstag “reingefeiert” haben. Los geht´s:

Nachdem ich mit meiner Familie am Samstagmorgen die Tortur eines Professionellen Familienfotos überstanden hatten, kamen auch schon die Faider. Es folgte ein gemeinsames Kaffeekränzchen und der allgemeine Informationsaustausch.

Leo und ich haben uns dann ins Kino verzogen. Saphirblau. Zwar war der Film besser als Teil eins. Aber so ganz konnten wir dann doch keinen Gefallen daran finden. Nunja.

Am Abend gab es dann noch ein großes Grillgelage, weiterer Informationsaustausch, einige Diashows UND ich habe begonnen meine Verwandten zu fotografieren, unter anderem um die verschiedenen Person hier vorstellen zu können. Die Fotos mit Erklärungen findet ihr im nächsten Beitrag.

Nach einigen Stunden, so um elf, beschlossen dann die älteren und jüngeren Herrschaften sie würden es nicht schaffen bis Mitternacht aufzubleiben. Somit waren Leo und ich dann allein. In unserem Zimmer. Was haben wir wohl gemacht? Genau gelesen.

Jedenfalls haben wir bis ein Uhr durchgehalten und sind dann auch eingeschlafen.

Leider Gottes wurde ich freundlicherweise um Sechs Uhr von meiner Allergie geweckt. Um niemanden zu stören bin ich dann aufs Sofa umgezogen und habe da eine Stunde rumgegammelt. Da ich langsam hungrig wurde beschloss ich meine Eltern zu wecken.

Das Ende vom Lied war, dass ich ihr Bett besetzt habe und sie abgehauen sind.

Zum Frühstück habe ich dann doch noch ein Geburtstagslied inklusive Kerzenmuffin bekommen. Und während sich alle für die Kirche fertig gemacht haben sind Leo und ich in Ruhe sitzen geblieben.

Um halb elf sind wir dann auch mal wieder hochgegangen. Und da kam er.

Der Brief.

Ich will jetzt nicht näher darauf eingehen, aber wer ihn gelesen hat weiß was ich meine. Es war sehr amüsant.

Um elf sind wir dann mit Muffins zur Bücherei, um mich auch von ihnen zu verabschieden. Im Gegensatz zum restlichen Jahr waren sogar die ganze Zeit Leute da. UND die neuen Bücher sind da, zwar noch nicht einsortiert, aber sie sind da!

Nun vielleicht habt ihr euch schon gefragt, was dieses Zitat über den Tod hier zu suchen hat. Nun das ist so:

In den letzten zwei Tagen haben wir viel über den Tod geredet. Beim heutigen Kaffee trinken als auch beim gestrigen Spaziergang über den Friedhof.

Ich dachte mir es würde passen, da der Tod für alle in unserer Familie eine wichtige Rolle spielt, schließlich hat mein Opa morgen Geburtstag. Und er wollte ja schon immer mit mir zusammenfeiern. Zwei Geburtstage in zwei Tagen sind ja auch unsinnig.

Im Moment sind leider wieder alle in Aufbruchsstimmung. Vielleicht kann ich sie ja überreden noch zu bleiben.

Theresa