Benehmen

“I am always saying “Glad to’ve met you” to somebody I’m not at all glad I met. If you want to stay alive, you have to say that stuff, though.”- J. D. Salinger, The Catcher in the Rye

Heute Morgen bin ich mit einem kleinen Schock aufgewacht.
Über die letzten zwei Wochen bin ich ausnahmslos jeden Tag gegen 6/7 Uhr aufgewacht und heute Morgen war es plötzlich halb neun als ich das erste Mal auf mein Handy geguckt habe. Das ist jetzt nicht etwas worüber man sich sonderlich beklagen kann, jedoch war immer noch so müde. Der Rest des Hauses war noch nicht wach, was ich erst nicht sonderlich hinterfragt habe, da Evelyn und Jim gestern in London waren und Gloria ja sowieso nie ihr Zimmer verlässt. Somit habe ich mein Bett erstmal nicht verlassen und im Stillen vor mich hin gegrübelt was ich den übersehen haben könnte.

Irgendwann bin ich jedenfalls aufgestanden und Evelyn hat mich dann erinnert, dass die Uhr heute Nacht umgestellt wurde. Wieso hab ich das vergessen? Ist ja nicht so als hätten wir extra vom College eine E-Mail dazu bekommen, da unsere Betreuer Angst haben wir hätten noch nie davon gehört. Jedenfalls mein Handy war besser informiert als ich und hat sich von allein umgestellt, was den extremen Zeitsprung in meiner Aufwachzeit erklärt. (Mein Laptop hat anscheinend das Gleiche gemacht, nur meine Uhr, die darf ich noch manuell umstellen)

Wie gesagt gestern waren Evelyn und Jim in London und ich war allein hier mit Kater und Gloria, zumindest habe ich das angenommen.
Als es gegen Mittag aufgehört zu regnen hat war die Katze draußen und ich bin auch spazieren gegangen. Ab fünf durfte ich dann mit der Katze in der Küche sitzen und mit ihm spielen, weil er wieder einen seiner schrägen Spiel-mit-mir-oder-ich-mache-Heulgeräusche-vor-deiner-Zimmertür-Attacken hatte. Jedenfalls hab ich mir ein Buch mit runtergenommen um im Wohnzimmer zu lesen, weil er meistens einfach nur mit einem Menschen im gleichen Raum sein will. Mein Plan ist nicht aufgegangen, da er wieso auch immer beschlossen hat das der perfekte Ort zum rumliegen mein Schoß wäre. Hätte er sich hingelegt und nix gemacht wäre das kein Problem gewesen, aber nein er musste ja unbedingt versuchen auf meine Schulter zu klettern. Es hat nicht funktioniert.
Nach seinem gescheiterten Kletterversuch hat er dann beschlossen sein Essen haben zu wollen. Theoretisch kein Problem, praktisch sieht das jedoch ganz anders aus. Wenn man versucht das Essen auf seinen Teller zu befördern versucht er zur gleichen Zeit deine Hand mit dem Essen wegzustoßen, da er zu seinem noch leeren Teller will. Des Weiteren hat er diesen Tick, dass wenn zu viel Essen auf seinem Teller liegt er es nicht essen wird. Also gibt man ihm erst eine und dann später die andere Hälfte. Ich weiß nicht was mit dieser Katze falsch ist, aber die Tatsache das er sich wie ein Kleinkind aufführt ist extrem nervig.

Irgendwann habe ich es dann geschafft ihn satt zu kriegen und mir selbst auch Essen zu machen. Anschließend haben wir dann zusammen TV geguckt (und das klingt jetzt als wäre ich eine einsame alte Katzendame) Normalerweise hätten Evelyn und Jim mitgeguckt, aber sie waren noch nicht von ihrem Bustrip zurück.

Gegen Acht habe ich dann jemanden an der Haustür gehört und dachte sie wären zurück (was seltsam wäre, da sie erst gegen elf zurück sein wollten), also bin ich in den Flur gegangen um Hallo zu sagen. Zu meiner Überraschung war der ganze Flur voller Asiaten, die mich knallhart ignoriert haben. Den ganzen Tag über hatte ich angenommen, dass Gloria in ihrem Zimmer hockt und chinesische Soaps guckt, wie immer, anscheinend hat sie das jedoch nicht getan.

Ich weiß nicht was falsch mit meiner Gastschwester ist, aber wenn man eine Haufen Freunde vorbei bringt und ich im selben Raum bin wäre es meiner Meinung nach angebracht mich zu grüßen oder vielleicht sogar mal ihren Freunden vorzustellen oder so. Nein das kann sie natürlich nicht und ich bin zurück ins Wohnzimmer geflüchtet weil mir das einfach zu schräg war.
Ich hab ja mittlerweile mitbekommen, dass sie mich nicht so wirklich leiden kann und wir null Interessen teilen, aber nichtsdestotrotz leben wir im gleichen Haus und ich sag immer Hallo zu ihr, bin nett, kümmre mich um die Katze damit sie ihr Pflichtenfreies Leben fortsetzen kann, helfe ihr wenn sie mal beschließt ich solle ihr helfen und als dank werde ich den Rest der Zeit ignoriert. Es ist einfach normal Freunde vorzustellen, ich meine das mache ich doch auch und Evelyn und Jim stellen uns auch ihre Freunde vor wenn sie vorbei kommen; uns zu ignorieren hilft nicht wirklich beim Zusammenleben.

First Exam

“I figured something out. The future is unpredictable.” – John Green, An Abundance of Katherines

So today we’re back with English, the reason is I’m in college and have no German keyboard…

I just came out of my first exam and kind of want to puke right now, but I’m probably get thrown out of the library if I do and that’s really not the goal of today. So let’s talk about my exam:
Today I had my English speaking exam which means I have to have a recorded conversation with my teacher for about 10-15 minutes which get send to Cambridge where it gets marked by some stranger. And that’s freaking me out.

My teacher knows how good/bad my English is, but this person doesn’t.
As those exams had been going on the whole week I already heard of some topics that could be mine. My least favourite were Economics, Mathematics and Population and I really hoped to get Books and Movies, but guess what I got Mathematics.

When I was sitting there reading the questions that I would get asked in a minute I was really horrified. I had no idea for what I use maths for in my everyday life, what could be a problem if a person doesn’t know maths and so on.
The only question I really had an answer for was the last one, which is kind of crazy because during practising I never knew an answer for the last one.

The question was if I agree with the theory that mathematics can explain everything.
And I am so so happy that I re-read “An Abundance of Katherines” by John Green last month. The book basically has this as its main question (and answers it) and so I ended up talking about it. I also mentioned Steven Hawking, but my knowledge about him isn’t that good so I dropped that topic.

Even though I hadn’t have books as my topics I kind of only talked about them, what probably saved me a better grade. To be honest at the beginning I answered a bit short and forgot vocabulary and and and, it was terrible, but my book-vocabulary is much better and let’s hope I get a kind examiner.

Actually I know I haven’t failed. Over the last week we listened to a lot of older speaking exams from other students and in the end they told us their grades, so I can predict my grade a bit, the last time I got a B so it’ll probably be a B again or maybe better (my English should have improved since Christmas).

And the moral of this is (even though it doesn’t really fit):
Read more (in English) !

This won’t be translated so find yourself a translator if you need one!

Time

“Yesterday is gone. Tomorrow has not yet come. We have only today. Let us begin.” – Mother Teresa

Wiedermal ist es eine ganze Weile her, seitdem ich das letzte Mal was geschrieben habe. Meine Ausrede: keine Zeit.
Seit die Ferien vorbei sind ist eine ganze Menge passiert.

Am Wochenende war ich erst in London und dann in York, worüber ich wenn ich Zeit und Lust habe nochmal einen Bericht hochladen werde. Es war sehr schön, jedoch hatte ich keine Zeit mal auszuschlafen oder zu lernen.
Ja, lernen. Es sind nur noch knapp acht Wochen bis zur Klausurphase und ich weiß viel zu wenig. Seit dieser Woche haben wir mit unseren extra Stunden angefangen, weswegen zwei meiner Freistunden gestrichen wurden und wir bekommen jetzt auch mehr Hausaufgaben.

Letzten Dienstag hatte ich dann ein Treffen mit meiner Austausch-Organisation. Wieder gestrichene Freistunden. Aber es ist alles bestens und mein Rückflug wird jetzt so langsam organisiert.
Es ist ein wenig gruselig, die Zeit vergeht so schnell und wenn alles klappt werde ich in 15 Wochen/3,7 Monaten wieder zuhause sein.
Ehrlich gesagt, weiß ich nicht so wirklich ob mich das jetzt freuen oder traurig machen soll. Klar hätte ich nichts dagegen zuhause alle wiederzusehen und zum alten Tagesablauf zurück zu kehren, aber irgendwie will ich auch hier weiterbleiben. England ist zu einer zweiten Heimat geworden und wenn ich darüber nachdenke will ich das eigentlich nicht aufgeben.

Momentan habe ich jetzt auch angefangen verstärkt im „Citizens Advice Bureau“ auszuhelfen. Heute zum Beispiel hatten wir eine Art Kuchennachmittag wo unsere Arbeit vorgestellt und für neue Volunteers geworben wurde. Es war sehr interessant und schonwieder habe ich eine Menge neuer Leute kennengelernt. Was eigentlich jedes Mal der Fall ist. Ich weiß nicht wie viele Leute dort arbeiten, aber nach zwei Monaten habe ich anscheinend immer noch nicht alle getroffen.

Während ich verschiedenen Leuten die Arbeit an der Rezeption erklärt und gezeigt habe sind wir öfters mal auf mein Alter und Englischkenntnisse zu sprechen gekommen. Meine English ist angeblich sehr gut (auch wenn ich glaube, dass sie das nur aus Höflichkeit sagen), mein Alter hat mich jedoch erschreckt. Fünf verschiedene Leute waren der Meinung ich wäre Anfang zwanzig. Ja… Das ist seltsam, ich bin 16, aber egal.