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Ich weiß ich bin grausam.

Wieder einmal sieht hier alles anders aus und wahrscheinlich findet sich hier keiner außer mir zurecht, aber das musste sein.

„Flussbettwandern“

“Not all those who wander are lost.” ― J.R.R. Tolkien

Eine weitere Woche ist vorbei. Weder Heimweh noch Kulturschock haben sich bisher gemeldet, also ist alles bestens.
Wie an den anderen Schultagen war es nicht sonderlich spannend.
Einziger Triumpf:
Meine Sociology-Lehrerin kann sich jetzt meinen Namen merken. Anscheinend hält sie mich ja doch für schlau. (Alle sagen, dass es schwer ist ihre Aufmerksamkeit zu bekommen…)

Nun am Donnerstag waren wir dann wandern. (Naja eigentlich wollte ich da für Mathe lernen, hat trotzdem geklappt)
Zuerst war es nur um ein wenig die Gegend zu erkunden. Zwischenzeitlich hatten wir dann geplant bis zum Meer zu laufen, das aber dann verworfen, da es laut Google-Maps doch etwas zu weit für 5pm war. Alles sind wir nur am Fluss entlang gelaufen und haben die anderen älteren Herren mit ihren Hunden beobachtet.  Da gerade Ebbe war hatten wir dann die dumme Idee Wattwandern zu gehen. Bei Wind und 12°C keine gute Idee.
Wir haben´s trotzdem gemacht.
Also sind wir den Damm runtergeklettert und sind dann Barfuß durchs Flussbett gestapft.
Keine schöne Angelegenheit. Zwar war der Schlamm dank der Sonne einigermaßen warm aber bei jedem Schritt bis zum Knöchel zu versinken ist anstrengend.
Nach 50m haben wir dann aufgegeben, sind den Damm wieder hoch und dann zurück zur Straße.
Da es dort einen hübschen See gibt haben wir den dann als Fußbad missbraucht.
Aber ehrlich wenn die Hunde darin baden dürfen, dürfen wir wohl auch unsere Füße waschen.

Unter anderem sind diese Woche auch meine deutschen Schulbücher angekommen. Yay.
Ich bin super motiviert die jetzt auch noch durchzunehmen.
Mathe hab ich bis jetzt noch gar nicht aufgeschlagen und Info hab ich nur die Einleitung gelesen.
Vielleicht morgen.

Seltsamerweise habe ich hier immer noch so unendlich viel Zeit. Aber das ist auch gut, da mein Schlafrhythmus sich immer noch weigert sich der hier herrschenden Zeitzone anzupassen.

Und jetzt ein wenig was Politisches:
Schottland bleibt in der UK!
(Falls ihr es noch nicht mitbekommen habt…)
Ergebnisse wurden am Freitag um 7am verkündet.

Eigentlich sollte ich jetzt Hausaufgaben machen, aber wahrscheinlich werde ich sowieso den restlichen Tag mit schlafen oder lesen verplempern. Mach ich dann eben alles morgen.

 

Woche 1

“I can feel infinitely alive curled up on the sofa reading a book.” ― Benedict Cumberbatch

Mit nur einem Tag Verspätung gibt es jetzt einen neuen Beitrag meinerseits (Sonntag wurde zum Blog-Tag erklärt, da ich sonst nie viel Zeit habe.)

Die erste richtige Unterrichtswoche war anstrengend, aber auch toll.
Wie gesagt, die Lehrer hier sind alle sehr gut (abgesehen von dem einen, ich habe seinen Namen nicht verstanden.)

Sociology ist hoch interessant, aber schwer, da dies mein einziger Kurs mit mehr Engländern als Internationals ist, ergo verstehe ich nicht alle so genau.
Further Maths war ne Katastrophe. Da ich eine Stunde lang einfach nichts verstanden habe, habe ich es „gedropped“. Das Fach wurde auch von besagtem Lehrer unterrichtet.
Maths ist um vieles verständlicher als in Germany. Wir sind nur 20 und mein Lehrer (er erinnert ein wenig an Mr. Bean) hat raus wie man langweiliges Algebra erklärt und das Ganze auch noch lustig macht. (Zudem kenne ich das Meiste schon…)
Physics ist wie sonst auch. Den momentanen Stoff hatte ich zwar schon, aber bald sollte dann auch was Neues kommen.
iGSC English ist nur für Internationals und manche haben es auch dringend notwendig. Mich erinnert der Unterricht eher an Klasse 5/6, aber ich kanns nicht ändern.

Das ist jetzt zwar ein großer Sprung von 14 Fächern auf 4, zu meiner Verteidigung: Ich muss noch nebenbei Informatik und deutsches Mathe nachholen, mal ganz davon abgesehen, dass man nicht mehr als 5 wählen darf.

Wenn ich nicht gerade in der Schule war habe ich geschlafen oder irgendwo in den Halls mit den Anderen rumgegammelt und auf die nächste Stunde gewartet. 2 Stunden frei sind ziemlich ermüdend…

Wie es aussieht werden die Schultage aber immer so ablaufen. Ich hab nichts dagegen…
Am Wochenende haben wir aber um einiges interessanteres gemacht.

Am Freitagabend war im Common room ein Treffen für alle, um sich kennenzulernen. Auf jeden Fall sind nach 20 min die meisten abgehauen und mit anderen als sonst hat man sich auch nicht unterhalten. Da wir Lust hatten etwas zu unternehmen sind Lisa, Lea und ich um halb 10 oder so zum Asda gelaufen. Ein dumme Idee, aber mit unter 18 ist das der einzige Ort wo du dich aufhalten darfst. Jedenfalls haben wir dann knapp 2 Stunden in diesem Einkaufladen verbracht. Es war ganz lustig und in der letzten Ecke haben wir dann auch Milka gefunden (Sie schmeckt übrigens Scheiße.)
Letztendlich sind wir dann wieder eisessend zurück nach Hause gegangen.

Am Samstag hat sich dann wieder meine Innere Uhr gemeldet. Somit bin ich dann um 8 Uhr morgens spazieren gegangen. Und da habe ich auch endlich einen von den berüchtigten Dorgendealern getroffen (wegen denen wir im Dunkeln nicht mehr alleine draußen sein dürfen und unter anderem lauter Umwege laufen müssen) Wie gesagt der Kerl saß am Fluss und sah ein wenig seltsam aus. Mit mir sind zum Glück zwei weitere Spaziergänger vorbei gegangen somit war ich sicher. Eine Stunde stand er jedenfalls immer noch da und schien auf etwas zu warten. Kein Plan was es war, ich bin einen Umweg nach Hause gelaufen.
Am Nachmittag war ich dann mit Lisa im Kino. Guardians of the Galaxy. Wie es scheint ist es in England genauso unüblich wie in Deutschland für Mädchen Action-/Superheldenfilme zu gucken, was die ganzen nicht-weiblichen Zuschauer erklärt.
Der Film war jedenfalls ziemlich lustig, auch wenn er traurig begonnen hat.

Am Sonntag konnte ich dann endlich lange schlafen. Aber leider gibt es ja noch diese dummen Hausaufgaben. Um 2 Uhr war ich jedenfalls fertig und bin dann in die Stadt gelaufen, um zur Post zu gehen (sie hat Sonntags immer noch zu) und mir ein Fotoalbum zu kaufen. Christina hat mir eins von ihrem Austausch gezeigt und ich dachte das wäre eine gute Idee. Jedenfalls bin ich da über diesen einen Laden gestolpert: Waterstones. Der Himmel auf Erden. Wie ihr bestimmt erraten habt ein Buchladen. Ernsthaft die Bücher kosten da nur halb so viel wie in Deutschland und wenn dann auch noch alle Interessante reduziert sind könnt ihr nicht von mir erwarten da mit leeren Händen rauszugehen. Jedenfalls mit meinem Kindle und den Neuen hab ich erstmal genügend Lesestoff.
Später am Abend bin ich auf YouTube auf mein neues Lieblingslied gestoßen. Ich hatte vorgehabt mir mal was von den Arctic Monkeys anzuhören, da das Internet nur voll von Preisungen an sie ist. Jedenfalls mehr als ein Lied ist es dann doch nicht geworden, da ich nicht aufhören kann es zu hören. Do I wanna know? – Arctic Monkeys

Gleich ist auch meine Freistunde vorbei. Deswegen wars das jetzt erstmal von meiner Seite. Sollte ihr irgendwelche Fragen zur Uk oder was auch immer haben stellt sie bitte. Ich weiß ja nicht so genau, was ihr hören wollt oder auch nicht.

Auf dem Weg zum Campus….

Cambridge

Für den letzten Tag der ersten Schulwoche stand dann eine Exkursion an. Wie der Titel schon verrät nach Cambridge (ebenfalls nur knapp 2 Stunden von hier.)

Mir persönlich hat es dort sehr gefallen. All die kleinen Gassen und imposanten Gebäude. Es war sehr beeindruckend.

Eigentlich alle hatten erwartet, dass wir erstmal etwas besichtigen müssen und dann ein wenig Freizeit haben, aber so war es nicht.

Die Lehrer haben uns in die Stadtgeführt und dann gesagt: „In 4 Stunden wieder hier.“

Kultur haben wir also nicht so viel erlebt. Das eine Mal als wir zu einer Kirche gehen wollten sind wir den Lehrern über den Weg gelaufen und erstmal in einen Buchladen geflüchtet. Danach war die Kirche vergessen.

Zur Mittagszeit waren wir in einer Pizzeria/Bäckerei/Cafe und die hatten da wirklich wundertolles Essen.

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Aber jeder Tag hat ein Ende…

Boston College

Morgens um 10 Uhr wurden wir (= die, die zum Boston College gehen) vor der Jugendherberge von einem netten Mann abgeholt, leider hat keiner von uns seinen Namen verstanden. (Zu diesem Zeitpunkt war noch keiner von uns an Englisch gewöhnt, aber es wird immer besser.) Nach einer zweistündigen Fahrt in einem Kleinbus sind wir dann auf dem College Campus angekommen. Wir wurden gleich von Sue (sie ist für alle „Internationals“ zuständig) empfangen. Lange geblieben sind wir aber nicht. Wer in der „Hall of Residence“ wohnte wurde auf sein Zimmer geführt und der Rest (Lisa und Ich) wurden zu unseren Gastfamilien gebracht.

Ich wohne bei Evelyn und Jim. Die beiden sind ein älteres unverheiratetes Paar und wohnen nur 5 Minuten von der Schule entfernt. Wie so gut wie alle Engländer, die ich bisher kennengelernt habe, sind sie unglaublich freundlich und offen. Neben den beiden wohnt in dem Haus auch noch Gloria. Sie kommt aus Hongkong und ist genauso wie ich eine Austauschschülerin. Jedoch hat sie im Gegensatz zu mir viel mehr Probleme sich an das Leben hier zu gewöhnen, da sich ihre Kultur von der hier sich doch sehr unterscheidet.

Einen Tag später startete dann auch schon die Schule. Jedoch erstmal ohne die englischen Schüler, da wir ins Schulsystem eingeführt werden mussten. Wir hatten also erstmal vier Tage lang „Tutorial“.

Wir wurden einem Tutor zugeteilt (in meinem Fall Alison), die Lehrer und Fächer wurden vorgestellt und wir konnten nochmal neu wählen (Physics, Maths, Sociology & Further Maths), über das Gelände informiert (Sicherheitsvorkehrungen etc.) und haben einen Termin mit einem Arzt bekommen.

Wichtige Info damit ihr euch nicht wundert: Auf dem Boston College sprechen sich alle mit Vornamen an (selbst die Schulleiterin) und wir tragen keine Uniformen.

Zwischendurch gab es ein so genanntes „Speed Dating“, damit wir auch einmal die englischen Schüler kennenlernen. Es war ganz lustig aber zwischendurch echt schräg. Manche hatten nicht so wirklich Lust neue Leute kennenzulernen und die Internationals kannte man großenteils schon.