Noch 50 Stunden

Ich wollte gerade anfangen zu schreiben, als ich einen Anruf erhalten habe. Angeblich war ich in einen Autounfall verwickelt!? Keine Ahnung was das war, die Dame meinte sie würde mich von ihrer Liste nehmen. Seltsam.

Wie auch immer, vorhin habe ich ein paar meiner Besitztümer zurück nach Deutschland geschickt, mal sehen wer eher da ist.

Dieses Wochenende waren wir von Evelyns Freundin Anne zu einem Art Abschlussessen eingeladen. Bis jetzt war ich immer nur in normalen durchschnittlichen englischen Häusern gewesen, aber wow. Anne wohnt in einem altmodischen großen (!) Haus voller Antiken und allem Möglichen. Es war wirklich beeindruckend. Ein wenig wie man sich die Häuser aus Stolz und Vorurteil vorstellt, nur halt moderner und ein wenig kleiner (so groß war es dann doch wieder nicht) Es gab selbst diese Klingeldinger für Bedienstete, jedoch werden die nicht mehr benutzt/ sind kaputt.

Neben uns waren auch noch zwei Freundinnen von ihr und Evelyn da und ich hatte meine erste Konversation mit einer irischen Person. Es war so seltsam mit all diesen verschiedenen Akzenten in einem Raum zu sein. Wir hatten Nord-englisch, Süd-englisch, Australisch, Irisch, Chinesisch/Kantonesisch und Deutsch (auch wenn mein Akzent mittlerweile sehr viel mehr Mittel-englisch ist)
Ehrlich mein Akzent ist ein wenig Mischmasch. Ich würde es im Großen und Ganzen als Britisch bezeichnen, jedoch mehr südlich beeinflusst auch wenn ich momentan mehr nördlich lebe. Aber hier hat jede Stadt ihren eigenen Akzent und somit fällt das nicht auf, Hauptsache ich bin den Deutschen losgeworden.
(Ich werde jetzt hier nicht über Deutsche die Englisch sprechen jammern, es ist eine Katastrophe)

Bis zu meinem Rückflug sind es noch genau 50 Stunden. Ich hoffe ich werde es überleben. Vorher stehen jedoch noch ein Examen und eine 4 stündige Reise zum Flughafen an. Es könnte kürzer sein, aber netterweise hat die Bahn beschlossen, dass ich eine Stunde in Nottingham rumsitzen soll. Das wird ein Spaß mit dem ganzen Gepäck.

Eins

Noch eine Woche.
Ein Examen.
Ein Flug.
Dann bin ich zuhause.

Der Tag kommt immer immer näher und so langsam gerate ich wieder in dieses Gefühlschaos. Ich freue mich zurück zu kommen, aber gleichzeitig bin ich traurig hier weg zu müssen.
Jedoch das, was alles überlagert, ist die Tatsache, dass ich nach Hause FLIEGE. Flugzeuge sind nette Transportmittel, aber trauen tue ich ihnen überhaupt nicht. Klar, ich liebe das Gefühl in der Luft zu sein, aber der Stress bis man endlich da ist, den mag ich nicht so wirklich. Zum Glück fliege ich dieses Mal nicht vom Monster-Flughafen Heathrow sondern von einem kleineren, hoffentlich habe ich dann weniger Panik.

Heute hatte ich auch meine erste Verabschiedung. Das CAB (ich arbeite dort ehrenamtlich) hat mich mit einer Karte, einem kleinen Geschenk und einem Haufen Umarmungen verabschiedet. Es war schön aber auch traurig. Ich hatte eine tolle Zeit dort und alle waren so nett. Ohne das CAB hätte ich nicht die Chance gehabt mehr über den Alltag hier zu erfahren und wie andere englische Leute so denken.
Abschiede werden wahrscheinlich noch mehrere kommen, ich freue mich nicht drauf.

Aber in Deutschland gibt es schon eine Menge Leute, die gefragt haben wann ich den zurückkomme und ob ich Zeit für sie habe und und und. Wie es aussieht muss ich erstmal sehr viel Zeit mit Besuchen verbringen. Das ist jedoch etwas worauf ich mich freue, jedoch sollte ich mir anfangen Gedanken zu machen, was ich gefragt werden könnte, man will ja vorbereitet sein.

Mit dem Kofferpacken fange ich auch morgen an. Momentan bin ich dabei meine Schulsachen durch zu sortieren und zu entscheiden, was ich in Deutschland brauchen könnte oder nicht. Bis jetzt war mir nicht wirklich klar, wie viele Zettel ich dieses Jahr beschrieben und aufbewahrt habe.