Woche 1

“I can feel infinitely alive curled up on the sofa reading a book.” ― Benedict Cumberbatch

Mit nur einem Tag Verspätung gibt es jetzt einen neuen Beitrag meinerseits (Sonntag wurde zum Blog-Tag erklärt, da ich sonst nie viel Zeit habe.)

Die erste richtige Unterrichtswoche war anstrengend, aber auch toll.
Wie gesagt, die Lehrer hier sind alle sehr gut (abgesehen von dem einen, ich habe seinen Namen nicht verstanden.)

Sociology ist hoch interessant, aber schwer, da dies mein einziger Kurs mit mehr Engländern als Internationals ist, ergo verstehe ich nicht alle so genau.
Further Maths war ne Katastrophe. Da ich eine Stunde lang einfach nichts verstanden habe, habe ich es „gedropped“. Das Fach wurde auch von besagtem Lehrer unterrichtet.
Maths ist um vieles verständlicher als in Germany. Wir sind nur 20 und mein Lehrer (er erinnert ein wenig an Mr. Bean) hat raus wie man langweiliges Algebra erklärt und das Ganze auch noch lustig macht. (Zudem kenne ich das Meiste schon…)
Physics ist wie sonst auch. Den momentanen Stoff hatte ich zwar schon, aber bald sollte dann auch was Neues kommen.
iGSC English ist nur für Internationals und manche haben es auch dringend notwendig. Mich erinnert der Unterricht eher an Klasse 5/6, aber ich kanns nicht ändern.

Das ist jetzt zwar ein großer Sprung von 14 Fächern auf 4, zu meiner Verteidigung: Ich muss noch nebenbei Informatik und deutsches Mathe nachholen, mal ganz davon abgesehen, dass man nicht mehr als 5 wählen darf.

Wenn ich nicht gerade in der Schule war habe ich geschlafen oder irgendwo in den Halls mit den Anderen rumgegammelt und auf die nächste Stunde gewartet. 2 Stunden frei sind ziemlich ermüdend…

Wie es aussieht werden die Schultage aber immer so ablaufen. Ich hab nichts dagegen…
Am Wochenende haben wir aber um einiges interessanteres gemacht.

Am Freitagabend war im Common room ein Treffen für alle, um sich kennenzulernen. Auf jeden Fall sind nach 20 min die meisten abgehauen und mit anderen als sonst hat man sich auch nicht unterhalten. Da wir Lust hatten etwas zu unternehmen sind Lisa, Lea und ich um halb 10 oder so zum Asda gelaufen. Ein dumme Idee, aber mit unter 18 ist das der einzige Ort wo du dich aufhalten darfst. Jedenfalls haben wir dann knapp 2 Stunden in diesem Einkaufladen verbracht. Es war ganz lustig und in der letzten Ecke haben wir dann auch Milka gefunden (Sie schmeckt übrigens Scheiße.)
Letztendlich sind wir dann wieder eisessend zurück nach Hause gegangen.

Am Samstag hat sich dann wieder meine Innere Uhr gemeldet. Somit bin ich dann um 8 Uhr morgens spazieren gegangen. Und da habe ich auch endlich einen von den berüchtigten Dorgendealern getroffen (wegen denen wir im Dunkeln nicht mehr alleine draußen sein dürfen und unter anderem lauter Umwege laufen müssen) Wie gesagt der Kerl saß am Fluss und sah ein wenig seltsam aus. Mit mir sind zum Glück zwei weitere Spaziergänger vorbei gegangen somit war ich sicher. Eine Stunde stand er jedenfalls immer noch da und schien auf etwas zu warten. Kein Plan was es war, ich bin einen Umweg nach Hause gelaufen.
Am Nachmittag war ich dann mit Lisa im Kino. Guardians of the Galaxy. Wie es scheint ist es in England genauso unüblich wie in Deutschland für Mädchen Action-/Superheldenfilme zu gucken, was die ganzen nicht-weiblichen Zuschauer erklärt.
Der Film war jedenfalls ziemlich lustig, auch wenn er traurig begonnen hat.

Am Sonntag konnte ich dann endlich lange schlafen. Aber leider gibt es ja noch diese dummen Hausaufgaben. Um 2 Uhr war ich jedenfalls fertig und bin dann in die Stadt gelaufen, um zur Post zu gehen (sie hat Sonntags immer noch zu) und mir ein Fotoalbum zu kaufen. Christina hat mir eins von ihrem Austausch gezeigt und ich dachte das wäre eine gute Idee. Jedenfalls bin ich da über diesen einen Laden gestolpert: Waterstones. Der Himmel auf Erden. Wie ihr bestimmt erraten habt ein Buchladen. Ernsthaft die Bücher kosten da nur halb so viel wie in Deutschland und wenn dann auch noch alle Interessante reduziert sind könnt ihr nicht von mir erwarten da mit leeren Händen rauszugehen. Jedenfalls mit meinem Kindle und den Neuen hab ich erstmal genügend Lesestoff.
Später am Abend bin ich auf YouTube auf mein neues Lieblingslied gestoßen. Ich hatte vorgehabt mir mal was von den Arctic Monkeys anzuhören, da das Internet nur voll von Preisungen an sie ist. Jedenfalls mehr als ein Lied ist es dann doch nicht geworden, da ich nicht aufhören kann es zu hören. Do I wanna know? – Arctic Monkeys

Gleich ist auch meine Freistunde vorbei. Deswegen wars das jetzt erstmal von meiner Seite. Sollte ihr irgendwelche Fragen zur Uk oder was auch immer haben stellt sie bitte. Ich weiß ja nicht so genau, was ihr hören wollt oder auch nicht.

Auf dem Weg zum Campus….

Stadtführung – Part 1

Da ihr ja bestimmt alle wissen wollt, wo ich jetzt wohne habe ich heute mal eine kleine Tour durch die Stadt gemacht und (fast) alles fotografiert.

Nun lasst uns beginnen:

Beginn ist vor meinem neuen Zuhause. (Ich wohne in dem rechten offenen oberen Fenster)

Windsor Crescent 3

Als nächstes kommt der Fluss. (Ich weiß ehrlich gesagt nicht wie er heißt.) An ihm gehe ich jeden Tag mindestens 4 Mal vorbei, da ich ihn überqueren muss um zur Schule und in die Stadt zu kommen. Er fließt praktisch an unserem Haus vorbei.

Fluss 1 Fluss 2 Enten

Als nächstes folgt eine dieser schrägen Ampeln. Zwar funktionieren sie wie in Deutschland, aber

  1. So wirklich beachten tut sie keiner.
  2. Die Männchen sind auf der Seite wo man steht und nicht auf der Gegenüberliegenden, was etwas ungewohnt ist.

Ampel

Das hier ist die berühmte Mühle. Laut Evelyn haben die da sehr leckeren Tea. Sie ist eine der wenigen noch funktionstüchtigen Mühlen hier.

Mühle

Und der Marktplatz. Hier ist am Mittwoch und Samstag immer Markt und es ist praktisch der Mittelpunkt der Stadt.

Marktplatz

Gleich daneben steht die „Church of England“. Ich habe keine leider keine Fotos von Innen, da gerade Gottesdienst war.

Kirche

Und noch einmal der Fluss. Wie man sieht ist er gerade ziemlich leer. Das liegt daran, dass er direkt mit der Nordsee verbunden ist, wir haben hier also auch Ebbe und Flut. Hinter dem Damm kann man auch segeln. (Das habe ich gestern ausprobiert, ist aber nicht so wirklich mein Ding.)

ebbe

Das ist eines der Schilder, die man hier an jeder Ecke trifft.

Schilder

Ob ihr es glaubt oder nicht, aber hier gibt es einen Aldi. Heute war ich auch mal drinnen, da ich verzweifelt Sprudelwasser und Milkaschokolade suche, aber wie es scheint gibt es das nicht mal in deutschen Läden. (Englische Schokolade schmeckt einfach … ich drücke es nett aus: nicht so wie deutsche. Wir sind da in Deutschland doch ziemlich verwöhnt.)

Aldi

Das hier ist das Kino. Ich habe mich auf der Suche danach zwar verlaufen, aber zum Glück gibt es ja den Kirchturm. Wenn du weißt wie du von der Kirche nach Hause kommst, kannst du dich hier nicht verlaufen.

Kino

Straßen in der Innenstadt. Vielleicht wundert ihr euch, aber ja die Läden haben hier sonntags auf. Bis auf einen. Und ratet mal wer da unbedingt hin wollte. Genau ich. Man kann alles kaufen von Schuhen bis Sim-Karten und neuen Möbeln. Nur Briefmarken gibt es nicht. (Du musst noch etwas länger auf den Geburtstagsgeschenk warten Papa… Ich bin ja auch erst eine Woche zu spät dran.)

Marktplatz-2

Nun das war´s nun erstmal von meiner Seite. Fotos vom College gibt es dann später mal.

 

Cambridge

Für den letzten Tag der ersten Schulwoche stand dann eine Exkursion an. Wie der Titel schon verrät nach Cambridge (ebenfalls nur knapp 2 Stunden von hier.)

Mir persönlich hat es dort sehr gefallen. All die kleinen Gassen und imposanten Gebäude. Es war sehr beeindruckend.

Eigentlich alle hatten erwartet, dass wir erstmal etwas besichtigen müssen und dann ein wenig Freizeit haben, aber so war es nicht.

Die Lehrer haben uns in die Stadtgeführt und dann gesagt: „In 4 Stunden wieder hier.“

Kultur haben wir also nicht so viel erlebt. Das eine Mal als wir zu einer Kirche gehen wollten sind wir den Lehrern über den Weg gelaufen und erstmal in einen Buchladen geflüchtet. Danach war die Kirche vergessen.

Zur Mittagszeit waren wir in einer Pizzeria/Bäckerei/Cafe und die hatten da wirklich wundertolles Essen.

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Aber jeder Tag hat ein Ende…

Boston College

Morgens um 10 Uhr wurden wir (= die, die zum Boston College gehen) vor der Jugendherberge von einem netten Mann abgeholt, leider hat keiner von uns seinen Namen verstanden. (Zu diesem Zeitpunkt war noch keiner von uns an Englisch gewöhnt, aber es wird immer besser.) Nach einer zweistündigen Fahrt in einem Kleinbus sind wir dann auf dem College Campus angekommen. Wir wurden gleich von Sue (sie ist für alle „Internationals“ zuständig) empfangen. Lange geblieben sind wir aber nicht. Wer in der „Hall of Residence“ wohnte wurde auf sein Zimmer geführt und der Rest (Lisa und Ich) wurden zu unseren Gastfamilien gebracht.

Ich wohne bei Evelyn und Jim. Die beiden sind ein älteres unverheiratetes Paar und wohnen nur 5 Minuten von der Schule entfernt. Wie so gut wie alle Engländer, die ich bisher kennengelernt habe, sind sie unglaublich freundlich und offen. Neben den beiden wohnt in dem Haus auch noch Gloria. Sie kommt aus Hongkong und ist genauso wie ich eine Austauschschülerin. Jedoch hat sie im Gegensatz zu mir viel mehr Probleme sich an das Leben hier zu gewöhnen, da sich ihre Kultur von der hier sich doch sehr unterscheidet.

Einen Tag später startete dann auch schon die Schule. Jedoch erstmal ohne die englischen Schüler, da wir ins Schulsystem eingeführt werden mussten. Wir hatten also erstmal vier Tage lang „Tutorial“.

Wir wurden einem Tutor zugeteilt (in meinem Fall Alison), die Lehrer und Fächer wurden vorgestellt und wir konnten nochmal neu wählen (Physics, Maths, Sociology & Further Maths), über das Gelände informiert (Sicherheitsvorkehrungen etc.) und haben einen Termin mit einem Arzt bekommen.

Wichtige Info damit ihr euch nicht wundert: Auf dem Boston College sprechen sich alle mit Vornamen an (selbst die Schulleiterin) und wir tragen keine Uniformen.

Zwischendurch gab es ein so genanntes „Speed Dating“, damit wir auch einmal die englischen Schüler kennenlernen. Es war ganz lustig aber zwischendurch echt schräg. Manche hatten nicht so wirklich Lust neue Leute kennenzulernen und die Internationals kannte man großenteils schon.

London

Am 28. August war es endlich soweit. Mein erster Flug stand an. Mit ein wenig Aufregung standen wir schon um 5 Uhr morgens am Flughafen in Düsseldorf. Ich war ein wenig geschockt von seiner immensen Größe. Aber es ist alles gut gelaufen, aus welchem Grund auch immer hielten es die Sicherheitskontrolleure es nicht für notwendig mich genauer zu überprüfen…

Nach einem ruhigen Flug mit mehreren Warteschleifen über London sind wir dann gelandet. Heathrow war noch größer und deswegen haben wir uns dann auch erstmal verlaufen. Aber nach etwa 3 Stunden waren dann alle da und wir konnten die Taxis zu unserer Unterkunft besteigen.

Zu der Fahrt: Es war eine Katastrophe. Unser Fahrer hatte nicht so richtig Ahnung von Londons Straßen und Englisch war jetzt auch nicht so seine Stärke. Trotz Navi sind wir dann nach 2 Stunden Fahrt endlich angekommen.

Hungrig von den langen Wartezeiten am Flughafen und im Taxi sind wir dann erstmal auf Essenssuche gegangen. Fündig wurden wir ein paar Straßen weiter in einem Pub (, den wir 3 Stunden später nicht mehr hätten betreten dürfen). Dort gab es die mit Abstand besten „Chips“ (=Pommes) die ich je gegessen habe.

Chips

Anschließend haben wir dann noch ein paar Dinge eingekauft. Es war ein kleines Abenteuer, da es in dem Laden nur elektrische Kassen gab. Aber es hat alles funktioniert, auch wenn es ein wenig seltsam war. (Zum Glück konnte die Kasse deutsch…)

Am frühen Abend haben wir dann unsere Sightseeingtour gestartet:

  1. Big Ben – naja eigentlich sind wir nur dran vorbei gerannt.
  2. London Dungeon – So wirklich gruselig war es jetzt nicht, bis auf einige Stellen (Jack the Ripper) aber man konnte viel über die Geschichte Londons erfahren.
  3. London Eye – Es war unglaublich, seltsamer Weise hatte ich nicht mal Höhenangst.
  4. Stadtrundfahrt bei Nacht – Ehrlich gesagt hab ich die Hälfte nicht mitbekommen, zwar bin ich nicht eingeschlafen, wie die Asiatin neben mir, aber ich war kurz davor. Und es war verdammt kalt.

Um Mitternacht sind wir dann todmüde ins Bett gefallen.

Der nächste Tag hat angefangen wie der letzte aufgehört hat: Mit Hektik und großer Müdigkeit.

Nach einem Frühstück mit seltsamer Marmelade haben wir uns auf den Weg in die

  1. Bakerstreet gemacht. Aber da einige in der Gruppe getrödelt haben konnten wir nicht ins Sherlock Holmes Museum gehen, was in etwa der einzige Grund war warum ich mit nach London gefahren bin.
  2. Madam Tussauds – Es war toll und voll.
  3. Buckingham Palace – zu diesem Zeitpunkt waren wir alle KO und haben einfach nur unsere Zeit davor abgesessen.

Von da an hatten wir Zeit alleine durch die Gegend zu laufen.

  1. Harrods – Auf der Suche nach Toiletten haben wir jemanden getroffen, der Paderborn kannte, ein echtes Wunder. (Wie es scheint kennen hier alle nur „Colone“ und „Berlin“). Wir haben dort auch einstimmig beschlossen, dass es keinen schlechteren Ort zum Parfüm kaufen gibt. (Der Duft in der Abteilung ist seeehr einschläfernd.)
  2. Covent Garden – Es war ein wenig kompliziert dort hinzukommen, aber wir haben es geschafft. Dort hatten wir dann „Dinner“, in dem gleichen Restaurant, in dem ich schon mit Papa vor 3 Jahren war.
  3. Picadilly Circus – Es sah toll aus und da waren auch einige gute Straßenmusiker, aber leider habe ich zu dem Zeitpunkt erfahren, dass mein deutscher Klassenkamerad gerade bei einem Unfall gestorben war. So richtig genießen konnte ich es daher nicht.

Das war es auch schon. Am Abend saßen wir noch vor der Jugendherberge und haben uns über den nächsten Tag unterhalten.